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Das Foto zeigt den Eingangsbereich der klag-Bühne in Gaggenau im Sommer 2025
Die klag-Bühne muss zum 30. Juni 2026 ihre Tür schließen.
© Stadt Gaggenau

29.8.25

Gaggenau ohne klag und Kleinkunst – das ist schwer vorstellbar. Seit Jahrzehnten steht die Stadt an der Murg für Kleinkunst. Viele heute renommierte Künstler hatten ihre ersten Auftritte im Klag. Fast 40 Jahre liegt die Eröffnung der Bühne in der Luisenstraße zurück. Nachdem der Mietvertrag nun auf den 30. Juni 2026 gekündigt wurde, braucht es neue Lösungen.

„Wir sind schon seit einigen Monaten auf der Suche nach einer neuen Location“, erklärt Bürgermeister Andreas Paul. Dabei hat die Stadt nun mittlerweile schon einige Räumlichkeiten ins Visier genommen und geprüft. „Leider hat sich gezeigt, dass einige Objekte, die wir uns hätten vorstellen können, doch nicht in Frage kommen“, erklärt Oberbürgermeister Michael Pfeiffer. Schließlich müsste eine Reihe von Kriterien passen. Das beginnt beim Parkplatzangebot und der Raumgröße und endet bei der Rücksichtnahme auf angrenzende Anwohner. Die Kulturhalle Bad Rotenfels ist deshalb beispielsweise durchs Raster gefallen. „Wir hätten hier enorm viel Geld in Schallschutzmaßnahmen investieren müssen“.

Umso mehr freute sich die Stadtverwaltung über gut verlaufende Gespräche mit Adolf Hans Scherer von der ASGA Verwaltung GmbH + Co. KG. „Er hat großes Interesse daran mit der Stadt über die Scherer-Stiftung ein neues klag zu realisieren“. Zu dem möglichen neuen Standort will und kann sich die Stadtverwaltung noch nicht äußern. „Dafür sind im Moment noch zu viele Fragen offen, die wir noch klären müssen“, betonen Oberbürgermeister Pfeiffer und Bürgermeister Paul.

Bis neuen Räumlichkeiten geschaffen sind, arbeitet die Stadt an einer Übergangslösung. Zwei Standorte kommen dabei am Ende noch in Frage, berichtet Paul. Zum einen wurde der Stadt ein Objekt in der Innenstadt angeboten und zum anderen käme übergangsweise auch die Siegfried-Hammer-Halle in Selbach in Betracht. Beide Gebäude könnte die Stadt mitnutzen. Sollte die Entscheidung für Selbach fallen, will die Stadtverwaltung mit dem Ortschaftsrat und den Vereinen noch die gemeinsame Nutzung klären. Oft genannt wurden in der Vergangenheit das City Kaufhaus und das Haus der Inklusion (ehemals Parkhotel). Beide Gebäude kommen nicht in Frage, da die Räumlichkeiten nicht dafür geeignet sind.

Jens Dietrich, der seit 2011 das klag in Gaggenau betreibt, könnte sich gut vorstellen, dass die Selbacher Halle mit überschaubarem Aufwand in eine ansprechendende Örtlichkeit verwandelt werden könnte, in der sich Künstler wie Publikum gleichermaßen wohlfühlen.

Im Rathaus ruhen die Hoffnungen nun vor allem auf der Scherer-Stiftung, damit es auch weiter „Kleinkunst aus Gaggenau“ (abgekürzt: klag) gibt. Auch viele Künstler, die hier ihre ersten Erfolge feierten, hoffen, dass es mit dem klag weitergeht. Stellvertretend für viele Künstler, die regelmäßig im klag auftreten, hier eine Aussage von Bülent Ceylan: „Es würde mich wirklich traurig machen, wenn es die Bühne nicht mehr geben würde. Bitte tut alles dafür, dass sie erhalten bleibt“. Er hat in Gaggenau schon viele Vorpremieren gefeiert und auch Preise wie den baden-württembergischen Kleinkunstpreis in Gaggenau empfangen. „Das Publikum und die Fans haben mich dort von Anfang unterstützt“, blickt er dankbar auf die Zeiten in der Gaggenauer klag-Bühne zurück.

Der Comedian hat übrigens angekündigt, im kommenden Jahr, am 30. Januar noch einmal eine Vorpremiere in Gaggenau zu feiern. Karten dafür wird es ab dem 1. Oktober, 9 Uhr, ausschließlich über reservix geben.