18.10.25
Die kommunale Biotopverbundplanung für Gaggenau wurde in diesem Jahr abgeschlossen. Ziel der Stadtverwaltung ist es jetzt, nach und nach Maßnahmen aus der Planung umzusetzen. Nach der Zustimmung durch den Ortschaftsrat Oberweier wurden nun in Oberweier drei Lösswände angelegt.
Im Biotopverbundplan wird zwischen unterschiedlichen Arten von Kernflächen unterschieden (mittlere, feuchte und trockene). Von den in Gaggenau festgelegten Flächen für den Biotopverbund entfallen nur acht Prozent auf die trockenen Standorte. Mit dem Anlegen der Lösswände in Oberweier werden gezielt die trockenen Standorte gefördert. Löss sind gelbgraue, feinkörnige Ablagerungen, die hauptsächlich aus Schluff, feinem Sand und Ton bestehen. Die Lösswände fungieren als sogenannte Trittsteinbiotope: Sie sind ein verbindendes Element zwischen den Kernflächen der trockenen Standorte. Die Schlingnatter (Coronella austriaca) ist die Ziel- und Schirmart für diese Maßnahme. Die gefährdete Schlangenart steht stellvertretend für alle Arten, die von dieser Herstellung eines trockenwarmen Lebensraumes profitieren werden. Weitere Arten, für die die Lösswand gewinnbringend ist, sind zum Beispiel die Zauneidechse (Lacerta agilis) und die Blutweiderich-Langhornbiene (Eucera salicariae).
Oberweier liegt im Naturraum Ortenau – Bühler Vorberge. Die Vorbergzone des Schwarzwaldes ist in diesem Bereich von fruchtbaren Lössböden geprägt – eine Besonderheit für Gaggenau, die nur im Bereich von Oberweier anzutreffen ist. Die Böschung entlang des Brettweges wurde durch die Stadtgärtnerei der Stadt Gaggenau zunächst von Brombeeren befreit. Anschließend konnte mit einem Bagger der Boden abgetragen und die Lösswand abgestochen werden. Das Erdmaterial, das durch die Arbeiten anfiel, wurde fachgerecht vor Ort verbaut. Auf einer Länge von ungefähr 50 Meter wurden drei Lösswände mit jeweils ca. acht bis zehn Meter Breite angelegt. Zur Absicherung der Steilwände wurde ein einfacher Holzzaun errichtet. Die dauerhafte Pflege der Lösswände – das Freihalten von Vegetation – übernimmt die Stadtverwaltung. In der angrenzenden Gemarkung Bischweier wurde schon vor einigen Jahren eine Lösswand angelegt. Die gesamte Umgebung des Brettweges bildet ein kleinstrukturiertes, abwechslungsreiches Biotop, bestehend aus magerem Grünland, Offenlandgehölzen und trockenen Lebensräumen, die durch die neu angelegten Lösswände ergänzt und bereichert werden.
Weitere Informationen zum Biotopverbund der Stadt Gaggenau können unter www.gaggenau.de/biotopverbund aufgerufen werden.
