Geschafft: Der Baum steht und kann sich jetzt entfalten.
Geschafft: Der Baum steht und kann sich jetzt entfalten.
Quelle: Foto: StVw

Seit drei Jahren hat Gaggenau eine „Hochzeitswiese“. Sie liegt im schönen Sulzbach und ist längst bis auf den letzten Platz mit elf Apfelbäumen bepflanzt. Die Idee des Arbeitskreises Umwelt und Natur (AKU) um Sprecher Norbert Gerstner war aber einfach zu gut, als dass man sie hätte einschlafen lassen können. Und so suchte der AKU nach neuen Partnern, um das Projekt am Leben zu erhalten. In Sulzbach war es seinerzeit gelungen, das fachkundige Ehepaar Hofmann mit ins Boot zu holen. In Bad Rotenfels hat der AKU im Obst- und Gartenbauverein (OGV) einen weiteren kompetenten Partner gefunden, um die 2014 begonnene Erfolgsgeschichte diesmal als „Hochzeitsweg“ zwischen Bad Rotenfels und Winkel fortzuschreiben. Dieser Vorschlag stammt von Jürgen Maier-Born als unermüdlicher OGV-Vorsitzender und eifriger Verfechter des Gedankens der  Streuobstwiesen als Kulturgut.

Zehn Brautpaare hatten sich bereits vor einem Jahr gemeldet, um in Bad Rotenfels einen „Hochzeitsbaum“ zu pflanzen. Und auch in diesem Jahr waren es erfreulicherweise wieder zehn Paare, die jetzt den Gaggenauer Hochzeitsweg fortsetzten, darunter ein besonderes: die Eheleute Waltraud und Klaus Merkel, beide im AKU aktiv und eifrige Initiatoren des Hochzeitsweggedankens. Aus diesem Grund hat der AKU dem Paar anlässlich seiner Goldenen Hochzeit einen Hochzeitsbaum geschenkt, den es nun gemeinsam pflanzte. Alle Bäume erhielten Schilder mit den Namen der Brautpaare. Angefertigt hat sie Realschüler Maximilian Born unter Aufsicht seines Lehrers Dirk Böhmer.

Alle Hochzeitspaare gehen mit ihrer Baumpflanzung eine langfristig angelegte Patenschaft ein und sind auch dazu eingeladen, ihren Hochzeitsbaum regelmäßig unter fachkundiger Anleitung zu pflegen. Dazu passt, dass Paare vom vergangenen Jahr diesmal bereits nach ihren Hochzeitsbäumen schauten. OGV-Vorsitzender Maier-Born zeigte ihnen, wie ein Baumschnitt geht. Wegen des verhältnismäßig geringen Pflegeaufwands, der stattlichen Größe und des hohen Alters haben die Verantwortlichen sich für Kirschbäume entschieden. Auch die spätere Kirschernte soll das Brautpaar selbst vornehmen. Die Ehrenamtlichen des AKU und OGV hoffen, noch möglichst viele Brautpaare für einen „Hochzeitsbaum“ zu gewinnen – im Idealfall, so die Vision, soll zwischen Bad Rotenfels und Winkel mal ein „Hochzeitsrundweg“ entstehen.

Oberbürgermeister Christof Florus dankte allen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben – an erster Stelle den Aktiven des AKU und des OGV, aber auch den zuständigen Mitarbeitern vom Standesamt und Baubetriebshof, die die Aktion unterstützten, sowie Arbeitskreise-Koordinator Manfred Mayer. Unterhaltsame Worte zum Thema Hochzeit und Ehe fand Ulrich Reukauf aus Winkel, während Damen des OGV vorbildhaft verköstigten und bewirteten.