Leiser und langsamer soll es auf der L613 werden
Quelle: stihl024/PIXELIO www.pixelio.de

Nachdem in früheren Jahren auf der Landesstraße 613 zwischen Michelbach und Freiolsheim nur selten Unfälle registriert werden mussten, stieg diese Zahl in jüngster Vergangenheit leider an. Im laufenden Jahr 2017 mussten bis Ende Juli auf dieser Strecke von der Polizei bereits fünf Verkehrsunfälle mit Personenschäden registriert werden. Auffällig dabei war, dass die Unfallverursacher beziehungsweise Unfallverursacherinnen dabei fast ausnahmslos zwischen Freiolsheim und Michelbach – also bergabfahrend – unterwegs waren.

Aufgrund dieser bedauerlichen Entwicklung wird die Verkehrsbehörde der Stadt Gaggenau – in Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Offenburg und den Straßenbaubehörden der Landkreise Rastatt und Karlsruhe (ein Teil dieser Strecke liegt auf Gemarkung Malsch und somit im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Karlsruhe) – zur Erhöhung der Verkehrssicherheit die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den bergab fahrenden Verkehr auf 70 km/h reduzieren. Im Bereich des Friedhofes Gaggenau-Michelbach wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit künftig in beiden Fahrtrichtungen auf 50 km/h reduziert. Diese Maßnahmen sollen in Kürze umgesetzt werden.

Für das Ziel, den Verkehrslärm auf der L 613 zu reduzieren, wurde in Michelbach die „Interessengemeinschaft Lärm L 613“ gegründet. Um belastbare Zahlen der Lärmentwicklung auf dieser beliebten Motorradstrecke zu erhalten, wurden von der Stadt Gaggenau neben dem Unfallgeschehen auch die Lärmemissionen auf dieser Strecke analysiert. Hierzu erfolgten unweit der Ortsausfahrt Michelbach in Fahrtrichtung Freiolsheim über einen längeren Zeitraum Lärmmessungen. Dabei mussten teilweise Lärmwerte von mehr als 90 dB(A) registriert werden.

Um diese Lärmbelastung zu vermindern, ist von der Stadt Gaggenau die Anschaffung einer Motorradlärm-Display-Anzeige geplant. In Modellversuchen im Auftrag des Landes Baden-Württemberg wurde festgestellt, dass das Verkehrsverhalten von Motorradfahrern mit solchen Displayanzeigen positiv beeinflusst werden kann. Mit einer Motorradlärm-Display-Anzeige können Motorradfahrende mit sehr lauter und/oder zu schneller Fahrweise identifiziert und über die Displayanzeige unmittelbar angesprochen und zu einer moderaten Fahrweise aufgefordert werden. Bei einer Überschreitung des Tempolimits erfolgt die Anzeige „Langsam!“ und bei Einhaltung des Tempolimits die Rückmeldung „Danke“. Wird jedoch vom Messgerät ein Motorrad erkannt, das mit überhöhter Lautstärke auf das Dialog-Display zufährt, erscheint die Aufforderung „Leiser!“.