Endlich wieder Spielplatz-Zeit
Endlich wieder Spielplatz-Zeit
© StVw

Rutschen, klettern, wippen und mit dem Ball rumbolzen – für Kinder gibt es nach einem kalten Winter nichts Schöneres. Umso wichtiger sind Spielplätze und Grünflächen in Wohnortnähe. Ganze 28 Kinderspielplätze mit 100 Kombinationen und Geräte sowie 13 Bolzplätze gibt es in Gaggenau und den Stadtteilen. Dazu kommen zwei Skaterplätze und zwei Freizeitanlagen, die zum Treffen und Spielen einladen.

Regelmäßig wird in die Plätze investiert, damit sie attraktiv bleiben. Schwerpunkt in diesem Jahr ist unter anderem der Spielplatz in der Ottenauer Ebersteinstraße. Der im Volksmund genannte „Siedlerplatz“ wird derzeit erneuert und erhält nun eine „Vierturm-Spielanlage“ mit verschiedenen Elementen. 21 000 Euro lässt sich die Stadt die neue Kletter- und Spielkombination kosten. Ganz neu entsteht zudem der „Piratenspielplatz“ in der Wilhelm-Beile-Straße. Hergestellt wurde der Platz durch den dortigen Erschließungsträger. Die „piratenmäßige“ Ausstattung in Höhe von 40 000 Euro übernimmt die Stadt. „Das wird richtig toll“, freut sich Thorsten Notheis von der städtischen Umweltabteilung auf den neuen Spielplatz, der die Phantasie und Kreativität der kleinen Nutzer wecken wird.

Von Spenden des Fördervereins Waldseebad profitieren die Spielplätze im Grittweg und in der Wißstraße. Die Geräte im geschlossenen Waldseebadareal wurden abgebaut und neu aufgestellt. So bereichern nun eine Korbschaukel und zwei weitere Einzelschaukeln den Platz im Grittweg, während in der Wißstraße die beiden Karussells und die Wippe eine neue Heimat gefunden haben. „Für diese Bereicherungen sind wir sehr dankbar“, betont Abteilungsleiterin Elke Henschel. Für das neue Waldseebad wird es dann auch neue Spielgeräte geben.

Doch nicht nur für das neue Waldseebad laufen die Planungen. Auch für den Spielplatz in der Wißstraße gibt es schon konkrete Überlegungen für die Gestaltung der noch freien Flächen.
Im Schnitt 300 000 Euro lässt sich die Stadt ihre Spielplätze alljährlich kosten. Dabei fließen die Mittel vor allem in die Instandhaltung, Neuanschaffungen sowie in die Grünpflege. Schließlich müssen auf den Plätzen auch Sitzbänke und Abfallkörbe zur Verfügung stehen, saubere Wege sein und die Zäune in Ordnung. „2017 war das Jahr der Zäune“, erzählt Henschel, dass vor zwei Jahren viele Umrandungen erneuert wurden. Das Jahr 2018 stand dagegen im Zeichen von „Toren“. Auf mehreren Bolzplätzen wurden Tore ersetzt und repariert. Dieses Jahr nun freut sich die Stadtverwaltung vor allem auf den neuen Piratenspielplatz. Bei der Gestaltung der Plätze orientiere man sich an den Vorstellungen der Nutzer. „Kleine Wünsche sind immer mal erfüllbar; bei größeren Investitionen braucht es Geduld“, verweist Henschel auf ein begrenztes Budget. Sie erzählt aber auch, dass beispielsweise gerne Schaukelbretter ausgetauscht werden, wenn von den Nutzern statt dem Brett lieber ein Kleinkindsitz gewünscht wird. „So ein Austausch ist problemlos möglich“.

„Unsere Technischen Betriebe sind die Augen und Ohren auf den Spielplätzen“, weist Henschel darauf hin, dass nicht nur zur Inspektion Mitarbeiter regelmäßig vor Ort sind, sondern auch zur Pflege, zum Abfall einsammeln oder zum Freischneiden. Ein Mitarbeiter ist ausschließlich für die Spielplätze zuständig und dürfte auf den Anlagen alle Schrauben kennen, schließlich ist er regelmäßig auf den Plätzen unterwegs. „Er beherrscht unsere Spielplatzbibel auswendig“, deutet Henschel auf einen zentimeterdicken Wälzer, der Ausführungen zur DIN 1176 beinhaltet. Darin sind alle Gerätetypen beschrieben, sämtliche Vorgaben für Spielplätze wie beispielsweise auch die Freiräume beziehungsweise Fallschutzmaßnahmen. Und darin ist eben auch geregelt, welche Kontrollintervalle es gibt. Erst einmal gibt es die visuelle Kontrolle. Ist irgendwo ein offensichtlicher Defekt, liegen Flaschen auf dem Gelände oder fehlt offensichtlich etwas? – Zu dieser sind alle Mitarbeiter angehalten, die auf den Plätzen unterwegs sind, erklärt Henschel. Bei der operativen Kontrolle, die stets der für die Spielplätze zuständige Mitarbeiter vornimmt, steht die Funktionalität und Sicherheit im Vordergrund. Sein Blick und seine Prüfung gilt dabei unter anderem Gelenken von Schaukeln, Schraubverbindungen und auch dem Material selbst. Darüber hinaus ist er einmal jährlich zur Jahreshauptkontrolle mit einem Sicherheitsingenieur auf allen Spielplätzen, um mit ihm gemeinsam die Geräte zu inspizieren und den Zustand zu dokumentieren.

Wie oft die Technischen Betriebe vor Ort sind, hängt insbesondere auch von der Frequentierung des Platzes ab und den Erfahrungswerten. „An manchen Brennpunkt-Plätzen, sind die Mitarbeiter täglich einmal vor Ort“, bedauert Henschel, dass es zeitweise immer mal zu Vandalismus an Plätzen kommt oder mutwillig Glasscherben zerbrochen und hinterlassen werden. Erst unlängst mussten 80 Tonnen Sand ausgetauscht werden, da sich darin Glasscherben fanden. Ansonsten werden die Sandflächen regelmäßig von einer beauftragten Firma gereinigt.