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Bücherschrank in Selbach lockt auch Auswärtige.
Quelle: Stvw

In einem kleinen Holzschrank am idyllischen „Kronenplatz“ in Selbach können sich Leseratten mit verschiedenen Büchern eindecken. Seit Juli 2017 steht der öffentliche Bücherschrank in Selbach allen interessierten Besuchern und Einheimischen zur Verfügung. Dabei handelt es sich sozusagen um eine Bibliothek in Miniaturausgabe. Das Prinzip ist einfach: Völlig anonym und ohne Kosten können Interessierte ein Buch herausnehmen und zum Lesen mit nach Hause nehmen, oder Bücher, die nicht mehr benötigt werden, hineinstellen. Ob Leser die Bücher wieder zurückbringen, behalten oder tauschen möchten, ist jedem Nutzer selbst überlassen. Der stabile Holzschrank und die Überdachung schützen die Bücher vor Wind und Wetter. Direkt neben dem Schrank steht eine Bank, an der Besucher verweilen und gleich schon mal in dem einen oder anderen Buch schmökern können.

Angeboten werden Bücher aus verschiedensten Kategorien. Seien es Krimis, Thriller, Sachbücher oder Bücher für junge Leute und Romane. „Der Schrank steht nie leer“, freut sich Ortsvorsteher Michael Schiel über das große Interesse der Bürger. Hin und wieder tauchen alte und neue Bücher auf. Darunter auch einige Kinderbücher, die bisher am meisten nachgefragt werden. Hier ist Schnelligkeit gefragt, denn die Kinderbücher sind oftmals bereits vergriffen. „Sie nehmen alles an, außer Lexika“, erläutert Michael Schiel und verweist auf drei Frauen, die sich ehrenamtlich um den Inhalt des Bücherschranks kümmern. Sabine Rieger, Anja Wittenbecher und Manuela Schiel schauen in regelmäßigen Abständen nach dem „Rechten“ und wenn nötig, misten sie den Schrank auch manchmal aus. Denn teilweise tauchen so genannte „schwarze Schäflein“ auf, die ihre unbrauchbaren und verwahrlosten Bücher im Schrank abladen. Aus diesem Grund wurden auch einige Regeln aufgestellt, die am Bücherschrank zu finden sind. Dabei gilt zu beachten, nur gut erhaltene Bücher in den Schrank zu stellen, die Bücher nicht außerhalb des Schrankes zu deponieren und vor allem ist darauf zu achten, dass die Schranktüren immer geschlossen werden.

Der Bücherschrank wurde als erstes Projekt aus dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ realisiert. Mittlerweile ist er ein beliebter Treffpunkt im Dorf und lockt auch zahlreiche Besucher aus anderen Städten und Dörfer. „Der Schrank war damals in der Gaggenauer Woche inseriert“, erzählt Schiel über die Anfänge des Bücherschranks. „Er wurde restauriert und mit Fußbodenlack gestrichen“, schmunzelt er über die Vorgehensweise. „Der Schriftzug wurde ausgedruckt und aufgeklebt.“

Die Beteiligten freuen sich, wenn der Bücherschrank weiterhin auf großes Interesse stößt und dazu animiert, den öffentlichen Schrank mit eigenen Lektüren zu füllen. Bürger haben somit die Möglichkeit, sowohl zu Geben als auch zu Nehmen.