Große Resonanz beim Neujahrsempfang.
Große Resonanz beim Neujahrsempfang.
Quelle: StVw

Viele Bürger und Gäste nutzten am Donnerstag die Möglichkeit des Neujahrsempfangs, um auf das neue Jahr anzustoßen, Gespräche zu führen, Menschen aus der Stadt zu treffen und aus erster Hand zu erfahren, wie sich Gaggenau weiter entwickeln soll.

Zentrale Botschaft des Oberbürgermeisters war sein Wunsch, dass Gaggenau sich als die familienfreundliche Stadt in der Region weiter positioniert und „Gaggenau die Stadt bleibt, in der wir uns alle wohl und heimisch fühlen“. Dazu „brauche ich Sie alle, die Bürgerschaft, die kommunalpolitischen Gremien und die Verwaltung“.  Gerade in einer Zeit, in der der Anteil der älteren Bevölkerung wächst und sich die Gesellschaft immer schneller verändert, stehe auch Gaggenau vor neuen Herausforderungen. In Vereinen wie beim bürgerschaftlichen Engagement werde es immer schwieriger, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. „Das Ehrenamt stößt so langsam an seine Grenzen. Immer weniger Menschen möchten Verantwortung übernehmen“, stellte Oberbürgermeister Christof Florus fest, dass dies zur Folge habe, dass „unser gesellschaftliches Zusammenleben immer schwächer wird“. Aus diesem Grund gelte es, „heute Antworten auf die Fragen von morgen zu entwickeln. Wir müssen neue Wege finden, um Gaggenau voranzubringen“. Ein Ansatz sei, die Stadt in Quartiere aufzuteilen und dann die Quartiere einzeln zu entwickeln. Als Vorlage könnte dabei die begonnene und vom Sozialministerium geförderte Entwicklung des „Quartiers Links der Murg“ dienen. „Gemeinsam mit Bewohnern, Schulen, Einzelhandel, Wirtschaft, Kindergärten, Glaubensgemeinschaften, Kirchen, Vereinen und der Verwaltung möchten wir eine Entwicklung des „Quartiers links der Murg“ herausarbeiten und Maßnahmen entwickeln. Die Menschen müssen sich finden, die Chancen sehen und gemeinsam an Lösungen arbeiten“, erklärte Florus den Prozess, den auch die Verwaltung stark unterstützen werde. Ziel sei es, den sozialen Lebensraum vor Ort zu stärken und eine hohe Lebensqualität sowie Teilhabe aller Einwohner zu ermöglichen.

Quartiere sind lebendige soziale Räume, in die Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen. Der Fokus liege daher auf einer beteiligungsorientierten und vernetzten Gestaltung alters- und generationengerechter Quartiere. Dazu gehören bedarfsgerechte Wohn- und Nahversorgungsangebote, eine wohnortnahe Beratung, generationen-übergreifende Begegnungsorte, eine gesundheitsförderliche Umgebung, eine tragende soziale Infrastruktur sowie ein wertschätzendes, von bürgerschaftlichem Engagement getragenes gesellschaftliches Umfeld.

Was war 2018 wichtig in Gaggenau?

Hier nannte OB Florus die 775-Jahrfeierlichkeiten in Gaggenau, Ottenau und Sulzbach sowie die Silbermedaille für Sulzbach und den Sonderpreis für Selbach beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. An diesen Beispielen zeige sich die Stärke der Bürgerschaft, betonte Florus die Bedeutung des Zusammenwirkens von bürgerschaftlichem Engagement, Unterstützung durch Einrichtungen, Wirtschaft und die enge Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Bedeutsam war 2018 zudem die Erweiterung des Wohnungsangebotes, die Weiterentwicklung der Innenstadt, der konsequente Ausbau der Betreuungsangebote für Jung und Alt, die Investitionen der Betriebe in den Standort Gaggenau, die Grundsatzentscheidung für das Waldseebad sowie die Priorisierung der Hochwasserschutzmaßnahmen.

Was erwartet uns 2019?

In 2019 gibt es mit 800 Jahre Freiolsheim, 100 Jahre Ausbildung im Benz-Werk sowie 125 Jahre Automobilstandort Gaggenau einiges zu feiern. Groß ist die Vorfreude auf den Baubeginn des Waldseebades und die Fertigstellung des Ausbaus der Merkurschule. Die  Innenstadt soll weiter entwickelt werden und auch die Breitbandversorgung kontinuierlich fortgesetzt werden. Prägen wird das Jahr zudem die Kommunal- und Europawahlen. Dazu kommen große Investitionen in die Schulen und Kinderbetreuung. „Zum einen ist es uns wichtig, dass wir gute Rahmenbedingungen in den Einrichtungen für die pädagogische Arbeit in unserer Stadt schaffen, andererseits tragen wir damit der Tatsache Rechnung, dass Gaggenau wächst“, verwies Florus auf steigende Einwohnerzahlen und den Wunsch nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Aktuell leben in Gaggenau 30 202 Menschen.

Mit Dankesworten an alle, die sich engagieren sowie an die Organisatoren und Helfer des Neujahrsempfanges endete der offizielle Teil. Ein besonderes Dankeschön galt dem Orchester der Schule für Musik und darstellende Kunst mit  Boriana Baleff und Leiter Oliver Grote. Schüler und Lehrer musizierten gemeinsam in dem Orchester und verwöhnten mit anspruchsvoller klassischer Musik. Erstmals wurde die Ansprache von OB Florus von einer Gebärdendolmetscherin übersetzt.